Das Unglaubliche glauben

A child has no trouble believing the unbelievable, nor does the genius or the madman. It’s only you and I, with our big brains and our tinyhearts, who doubt and overthink and hesitate.

Steven Pressfield

Zehn Jahre Bezirksrätin

2010 und 2015 wurde ich als Bezirksrätin angelobt. Was habe ich in dieser Zeit gelernt? Was möchte ich an einen Menschen weitergeben, der gerade Bezirksrät*in wird?

Setz dich hin und überlege dir, was du in fünf Jahren erreichen und was du verhindern willst. Schreib es auf und lass dich dran erinnern – am Handy, auf der Pinwand, ganz vorne im Notizbuch, mit einem Sticker oder einem Tattoo.

Du bekommst eine neue Identität. Du bist Teil des politischen Systems. Dein Image ändert sich. Es kommt der Moment, wo du das erste Mal laut sagst: „Ich bin Politikerin.“ oder „Ich bin Politiker.“

Du erwirbst neue Kompetenzen, andere vertiefen oder erweitern sich. Du lernst das Magistrat und ihre Menschen kennen und ertappst sich dabei, bei Erklärungen das Wort „Behörde“ ohne abwertenden Unterton zu verwenden. Du redest viel und hast ständig mit Menschen zu tun. Wildfremde Bürgerinnen und Kolleginnen. Du lernst, in einem Team zu arbeiten.
Es kommt von überall her Wissen auf dich zu – du verstehst mehr von der Welt und lernst mehr von ihren Problemen kennen.
Die Textsorten „Gesetzestext“ und „Protokoll“ werden Bestandteil deiner Lektüre.

Suche dir zwei Themen und fokussiere dich auf ein größeres Projekt. Hab „Mut zur Lücke“ und geh lieber in die Tiefe und Länge bei deinem Ding. Du machst dem Team eine Freude, wenn sie mit einem „das ist ihr/sein Ding“ auf dich verweisen können.
Das politische Feld ist e r s c h ö p f e n d riesig.

Hab Geduld und Ausdauer. Du hast mit dem Magistrat, der Bevölkerung und den Medien zu tun.
Das Magistrat braucht für jeden Schritt einen Anstoss, hab die Einstellung, dass nichts von selbst passiert.

Wenn im Zweifel, ruf dir in Erinnerung, was du dir früher als Wähler*in oder Bürger*in von jemand wie dir jetzt erwartet hast. Frag dich, was sich die Menschen, die am Wahlzettel die Grünen angekreuzt und vielleicht sogar deinen Namen hingeschrieben haben, von dir erwarten. Sie wollen, dass du konsequent, verlässlich, mutig und nach den Grünen Grundwerten handelst.

Du hast Verantwortung übernommen und Chancen bekommen. Nimm dich ernst und erweitere deinen Handlungsspielraum

Wenn sich menschliche Reibereien mit Kolleg*innen ankündigen, vergiss nicht, dass ihr mehr gemeinsam habt als die anderen in der politischen Bezirksarena.
Interne Konflikte kosten Zeit und Energie, wo doch eine Partei keine Familie oder Freundesclique ist. Blick nach draußen, in dieser Welt und diesem Bezirk gibt es für jede und jeden was zu tun.

Politik ist psychisch anstrengend. Power dich nicht aus und gönne dir Auszeiten.
Politisch unkorrekte Gespräche mit Vertrauten oder aus Prinzip in deiner Küche dienen der Psychohygiene.

Freu dich, wenn du Verbindungen hergestellt hast, und verbuche es als Erfolg.

Finde den politischen Aspekt in deinem Alltag: bist du die einzige Person mit diesem Problem/Konflikt oder ist es ein gesellschaftliches, politisches? Sollte es auf politischer Ebene gelöst werden?

Erhalte das Feuer, indem du mit politischen Menschen außerhalb der eigenen Partei Gespräche führst, liest und lernst, Kunst und Musik genießt, spielst oder kreativ bist.
Geh nach draußen, schau dir deinen Bezirk an und rede mit den Menschen!

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Buchempfehlung: Einführung in die Rechtswissenschaft

Die Kosten verfehlter Klimaziele pro PKW

Ich hab mal überschlagsmässig nachgerechnet, was die prognostizierten Kosten von 9 Mrd EUR, die Österreichs wegen verfehlter Klimaziele für CO2-Zertifikate zahlen muss, pro einzelnem Auto ergeben.

EUR 9.000.000.000 für 2020 bis 2030
EUR 900.000.000 für 2020
EUR 270.000.000 Anteil Verkehr (30%)
EUR 193.320.000 Anteil PKW (71,6%)

Bei 5 Mio PKWs in Österreich ist ein PKW für EUR 39 verantwortlich. Nicht viel. Bei 40.000 PKWs im Bezirk Landstraße macht das EUR 1.546.560 aus.

Quellen:

Stadt Wien – Kraftfahrzeugbestand nach Gemeindebezirken 2018:
https://www.wien.gv.at/statistik/verkehr-wohnen/tabellen/kfz-bestand-bez.html

Statistik Österreich – Fahrzeug-Bestand am 31. August 2020:
http://www.statistik.at/web_de/statistiken/energie_umwelt_innovation_mobilitaet/verkehr/strasse/kraftfahrzeuge_-_bestand/index.html


Grüne Zukunft

Klimakrise. Endlich gab es Aufmerksamkeit und Problembewußtsein für Grüne Politik.
Jetzt gerade wird unser Alltag durcheinandergewirbelt. Die Lücken unseres Wirtschaftssystems werden noch sichtbarer. Die Grünen haben auch auf dieser Ebene sinnvolle und herausfordernde Antworten.

Flattening the curve

Von Johannes Kalliauer – Eigenes Werk, basierend auf: tvthek.orf.at

Ich würde die Linie für „Kapazität des Gesundheitssystems“ nicht gerade machen, da zum einen auch Menschen erkranken werden, die im Gesundheitssystem an unterschiedlichsten Stellen arbeiten: Ärzt*innen, Krankenbetreuung, Reinigung, Logistik, Administration. Zum anderen werden Dinge knapp werden: Betten, medizinische Geräte, Schutzmasken und -bekleidung, Medikamente.

Die Linie ist insofern eher als sinkende Kurve anzuzeigen.

Wieder werkln

Ich bin sehr gespannt, wie wir das Werkl wieder in Gang setzen:
– wann werden die Grenzen wieder geöffnet?
– wie hat es die Gesellschaft verändert?
– welche Wirtschaftsbereiche werden bevorzugt?
– welche Unterstützung haben politische Ideen und PolitikerInnen danach?
– wie wirkt sich die Pandemie auf die Umwelt und das Klima aus?

Medien

Unterschiedlicher Informationsstand bei Demokraten und Republikanern in den USA


Das ist das Ergebnis in einem Land, in dem die Bevölkerung sich eine Meinung bildet auf Grundlage von Informationen von Medien wie Fox News und eines Präsidenten wie Trump.