Theorie

Dr. Hans Pühretmayer: „Theoriegeschichte und Theoriedebatte“ (Politikwissenschaft, Universität Wien. 13.03.2014)

Notizen und eigene Gedanken während der Vorlesung.

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Nur mit einer Theorie kann ich klären, wie die Verhältnisse der Menschen untereinander sind. Aus der Beobachtung alleine ist es nicht möglich.

Eine Theorie zeigt mir Handlungspotenzial auf.

Zum Aufstellen einer Theorie gehört es, Begriffe zu definieren.

Wenn als Definition von Theorie gilt: „Analyse und Erklärung der wensentlichen Charakteristika, Ursachen und Tendenzen eines gesellschaftlichen Phänomens in einem bestimmten Kontext“ und unter diesem Kontext die Zeit und der Ort gemeint sind, werden ahistorische Theorien wie Strukturalismus und Funktionalismus als Ideologie.

Und das ist der Spaß daran: aktuelle wissenschaftliche Analyse bringt Theorien hervor, mit denen man historisch arbeiten und neue Erkenntnisse und Sichtweisen erreichen kann.

Karl Popper: „Theorie hilft, System in das Chaos der Realität zu bringen.“

Thomas Kuhn postuliert permanente Werte der (Sozial-)Wissenschaft:

  • Konsistenz
  • Genauigkeit
  • Fruchtbarkeit (Erklärungs- und Prognosekraft)
  • Einfachheit

Die Möglichkeit einer wissenschaftlichen Prognose ist in Sozialwissenschaften umstritten, handelt es sich dabei ja um handelnde (und unberechenbare) Individuen.

Wie zuverlässig können demografische Prognosen sein, wenn sie doch auf dem zutiefst persönlichen Akt der Zeugung durch im Grunde unberechenbaren Akteure aufbauen?

Zukunftsszenarien werden unter der Prämisse „ceteris paribus“ erstellt: alles bleibt, so wie es ist.

So darf es nicht weitergehen!

So darf es nicht weitergehen! (Idee für einen Aufkleber der Transitionbewegung)

Unterschiedliche Standpunkte:
Positivistisch: alle Normen sind ideologisch.
Post-positivistisch: jede Wissenschaft hat normative Aspekte – und sie müssen offengelegt und begründet werden.