{"id":1811,"date":"2012-09-15T09:16:55","date_gmt":"2012-09-15T07:16:55","guid":{"rendered":"http:\/\/nueckel.at\/blog\/?p=1811"},"modified":"2014-07-19T22:53:29","modified_gmt":"2014-07-19T20:53:29","slug":"wie-jorgen-randers-die-welt-im-jahre-2052-sieht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nueckel.at\/blog\/wie-jorgen-randers-die-welt-im-jahre-2052-sieht\/","title":{"rendered":"Wie Jorgen Randers die Welt im Jahre 2052 sieht"},"content":{"rendered":"<p>Am 13. September 2012 erl\u00e4uterte der norwegische Wissenschafter seine globale Prognose f\u00fcr die n\u00e4chsten 40 Jahre, die er f\u00fcr den Club of Rome erstellt hat.<!--more--><\/p>\n<p>Drei Annahmen:<\/p>\n<ul>\n<li>die Innovationsrate ist gleichbleibend<\/li>\n<li>die Einstellung der Menschen ver\u00e4ndert sich kaum<\/li>\n<li>auf Probleme wird im nachhinein reagiert<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_4541\" aria-describedby=\"caption-attachment-4541\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/nueckel.at\/blog\/wp-content\/uploads\/betterworldfornothing.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-full wp-image-4541\" alt=\"betterworldfornothing\" src=\"http:\/\/nueckel.at\/blog\/wp-content\/uploads\/betterworldfornothing.jpg\" width=\"500\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/nueckel.at\/blog\/wp-content\/uploads\/betterworldfornothing.jpg 500w, https:\/\/nueckel.at\/blog\/wp-content\/uploads\/betterworldfornothing-100x66.jpg 100w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4541\" class=\"wp-caption-text\">&#8222;Climate Summit&#8220; by Joel Pett<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong><br \/>\nWeltbev\u00f6lkerung<\/strong>: die Geburtenrate wird sinken, weil sich Frauen weltweit f\u00fcr weniger Kinder entscheiden.<br \/>\nBei der Pr\u00e4sentation des Buches in China hat Randers erfahren, dass die allgemeinen Sch\u00e4tzungen nicht stimmen und die Zahlen der Volksz\u00e4hlung 2010 zeigen: &#8222;we find fewer Chinese than we thought&#8220;.<\/p>\n<p>Die <strong>Arbeitsproduktivit\u00e4t<\/strong> wird leicht sinken.<\/p>\n<p><strong>Wohlstand<\/strong>: Es wird 2052 mehr Armut geben.<br \/>\nWas sich positiv auf das Klima auswirken wird, weil es bedeutet, dass sich nur ein Teil der Bev\u00f6lkerung einen umweltsch\u00e4dlichen Lebensstil leisten wird k\u00f6nnen.<br \/>\nDie \u00e4rmer werdenden Menschen m\u00fcssen lernen, auf andere Weise gl\u00fccklich zu sein als bisher.<\/p>\n<p><strong>Energie<\/strong>: alternative Energiegewinnung wird in K\u00fcrze enorm steigen.<\/p>\n<p>Die <strong>Ern\u00e4hrung<\/strong> der Menschheit ist ausschlie\u00dflich eine Frage der Distribution. Heute und morgen.<\/p>\n<p>Zur gleichbleibenden Innovationsrate: der landl\u00e4ufigen Meinung, dass immer alles schneller wird, muss entgegengehalten werden, dass echte Innovation etwas anderes ist als a) &#8222;mehr vom selben&#8220; und b) h\u00f6heres Tempo bei irrelevanten Nebens\u00e4chlichkeiten.<\/p>\n<p>Zur Aussagekraft von Durchschnittseinkommen bei wachsender Einkommensschere: ja, es gibt einen R\u00fcckschritt und wir n\u00e4hern uns der Situation von 1920, weil die Kapitalisten mehr und mehr vom erwirtschafteten Gewinn einstecken. Aber das wird in den n\u00e4chsten Jahren \u00f6ffentlich bekannt werden.<\/p>\n<p><strong>USA\/Europa\/China<\/strong><\/p>\n<p>Das politische System in den USA verunm\u00f6glicht es, notwendige oder auch nur kleine Entscheidungen zu treffen. In Europa ist die Situation besser.<\/p>\n<p>Soll der Westen China kopieren? Eine Partei mit 97% Zustimmung der Bev\u00f6lkerung kann kluge Entscheidungen tats\u00e4chlich umsetzen. Bestes Beispiel ist die Ein-Kind-Politik, die f\u00fcr sich das Land eindeutig positiv ausgewirkt hat.<\/p>\n<p>Warum es in den USA zu keiner Revolution kommen wird, obwohl die Armut weiter w\u00e4chst: es gibt kein Gef\u00fchl f\u00fcr soziale Koh\u00e4sion. &#8222;When I get rich, I don&#8217;t want to pay any cent for social welfare.&#8220;<\/p>\n<p>Warum ist das kapitalistische System nicht imstande, die notwendigen Schritte in Richtung einer besseren Zukunft f\u00fcr alle zu tun? Weil die Ma\u00dfnahmen zur Ver\u00e4nderung etwas teurer sind als das Nichtstun. Entscheidend ist nicht, ob Ver\u00e4nderung viel oder wenig kostet (die n\u00f6tigen Aufwendungen w\u00e4ren gering!): nein, es reicht, dass sie teurer ist.<\/p>\n<p>Randers hat f\u00fcr die norwegische Regierung in einer Kommission einen 15-Punkte-Plan gegen den Klimawandel erarbeitet. In sechs Jahren wurden 1,5 Punkte umgesetzt. Eine der Aufgaben w\u00e4re ein Wechsel von &#8222;schmutzigen&#8220; zu &#8222;sauberen&#8220; Jobs f\u00fcr ca. zwei Prozent der Arbeitskr\u00e4fte.<\/p>\n<p>In Europa wird es zu einem Konflikt zwischen Alt und Jung kommen: Pensionen und von der alten Generation verursachte Staatsschulden werden von der neuen Generation nicht mehr bezahlt werden.<\/p>\n<p><strong>Hoffnungen, die sich nicht erf\u00fcllt haben<\/strong><\/p>\n<p>1972 gab es die Hoffnung, dass die \u00d6konomen ihre Meinung \u00e4ndern und sich weniger f\u00fcr billige, kurzfristige L\u00f6sungen entscheiden. Heute wissen wir, dass sie das nicht tun.<\/p>\n<p>Bildung: In Norwegen gibt es seit zwei Generationen freie Bildung f\u00fcr alle und die rechten Parteien erhalten heute fast ein Viertel der Stimmen.<\/p>\n<p>Angstmache: selbst nach einer Katastrophe wie Katrina oder Deepwater Horizon oder Fukushima kommen keine vern\u00fcnftigen Entscheidungen zustande.<\/p>\n<p>(Was leider immer hilft: ein gemeinsamer Feind.)<\/p>\n<p><strong>Im Buch nicht ber\u00fccksichtigte Themen<\/strong><\/p>\n<p>Finanzkrise: global nicht relevant, weil sie lediglich einen Wechsel von Besitztum verursacht (Beispiel Russland). Die Banken werden 2052 \u00fcber mehr Sparguthaben und mehr Investorengelder verf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Trinkwasserkrise: technologisch l\u00f6sbar. Wenn das Wasser dadurch teurer wird, werden sich die Menschen andere G\u00fcter weniger leisten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben ein Regierungsproblem (&#8222;governance problem&#8220;) und wir brauchen ein &#8222;transition management&#8220;.<\/p>\n<p>Was m\u00fcssen wir tun, um eine bessere Welt\u00a0f\u00fcr unsere Enkelkinder zu gestalten:<\/p>\n<ul>\n<li>weniger Kinder kriegen<\/li>\n<li>weniger fossile Energie verwenden<\/li>\n<li>von den reichen L\u00e4ndern finanzierte, fossilarme Energiesysteme in den armen L\u00e4ndern errichten<\/li>\n<li>supranationale Institutionen aufbauen, die sich der nationalen Kurzsichtigkeit entgegenstellen<\/li>\n<li>neue Wege f\u00fcr das Wohlbefinden der Menschen finden, wenn finanzieller Wohlstand sinkt<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Website zum Buch:\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.2052.info\/\">www.2052.info<\/a><\/p>\n<p>Leseprobe (deutsch):\u00a0 <a href=\"http:\/\/www.oekom.de\/fileadmin\/buecher\/PDF_Leseprobe\/2052_Leseprobe.pdf\">www.oekom.de\/&#8230;\/2052_Leseprobe.pdf<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 13. 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