Die venezianische Insel Poveglia wird versteigert. Die Zukunft heißt isolierter Luxus für Reiche oder freier Erholungsraum für alle. Bürger*innen sammeln Geld für zweites Szenario.

orf.at schreibt: „Auch Italiens Wirtschaftsstaatssekretär Pier Paolo Baretta meinte zuletzt, er würde das Projekt der Bürger gerne unterstützen, wenn er nicht durch sein Amt zu unparteiischem Verhalten gezwungen wäre.“
Herr Baretta, Sie sind durch ihr Amt zu parteiischem Verhalten gezwungen, wenn es um Demokratie und Gemeinwohl geht.
Als Politiker haben sie sich dazu verpflichtet, die Interessen der Bürger*innen zu vertreten – vor allem, wenn sie den Menschen- und Grundrechten entsprechen!
Baretta ist Mitglied der Partito Democratico. Sie ist laut Wikipedia die „stärkste politische Partei im italienischen Mitte-links-Parteienspektrum“ und auf EU-Ebene Teil der „Progressiven Allianz der Sozialisten und Demokraten im Europäischen Parlament“.
Für mich ist das ein weiteres Beispiel für die Priorisierung von Individualinteressen über das Gemeinwohl: die Interessen einer Elite werden über ein Bürgerprojekt gestellt. Offenkundig ist diese Reihung für Sozialisten und Demokraten vertretbar.
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Hier die Lage der Insel auf Openmap:

Schräges Bild von GoogleMaps:

Und ein Foto des Kanals auf der Insel:

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Und wenn die reichen Käufer*innen ein ökologisches Paradies schaffen, das gratis von allen besucht werden kann (so ein Bill-Gates-Projekt, wogegen man eigentlich nichts sagen kann), stehen wir vor der „Charity vs. Solidarity“-Frage:
Ich bin kein Fan von Almosenprojekten. Für mich ist rechtlich und finanziell abgesicherte Partizipative Demokratie das anzustrebende Ziel.
Links:
- orf.at – Artikel
- Wikipedia: Poveglia
- Wikipedia: Partito Democratico