Diversität und Polizei

Im Juli 2014 verstärkte ein Tiroler Whistleblower den Eindruck, dass Rassismus und Antisemitismus in der Österreichischen Polizei weitverbreitet sind. Als Gegenmittel wurde die Forderung nach mehr Polizist*innen mit migrantischem Hintergrund genannt. Ich bin anderer Meinung.
Diversität ist eine tolle Sache, aber was die Einstellung und das Verhalten von Exekutivbeamten angeht, bin ich für eine einheitliche Ausrichtung: antirassistisch!

Wir brauchen nicht mehr Polizist*innen mit migrantischem Hintergrund, sondern mehr Polizei ohne rassistischem Hintergrund!

Im Detail fallen mir vier Gründe ein, die für eine andere Strategie sprechen:

  1. Migrantisch ist nicht automatisch antirassistisch – Migrant*innen sind nämlich Menschen wie alle anderen auch.
  2. So leicht wird man Antirassismus nicht los, da braucht es mehr als ein etwas abgeändertes Bewerbungsverfahren: Anti-Rassismus braucht Information, Diskurs, Aufmerksamkeit, Bildung, Auseinandersetzung, Sensibilisierung.
  3. Den Job dürfen – mal wieder – „die anderen“ machen: so wie Integration die Sache der Ausländer war, wäre Antirassismus die Aufgabe der Migrant*innen.
  4. Praktisch stelle ich es mir schwierig vor, wenn migrantische Neuankömmlinge auf weiterhin rassistische Kolleg*innen stossen. Sicher kein tolles Arbeitsklima.

Wenn also aktiv gegen Rassismus und Antisemitismus innerhalb der Polizei etwas getan und beides nicht mehr geduldet wird, bewerben sich im Laufe der Zeit ohnehin auch mehr Menschen mit migrantischem Hintergrund. Aber eben unter anderen Voraussetzungen.