Susanne Nückel

Drobenflug

Ich liege gemütlich am Rücken im Donauinsel-Gras, als ich ein kleines, weißes Flugobjekt droben am Himmel entdecke. Ein Modellflugzeug? Nein, offensichtlich eine Drohne: sie  fliegt  längs der Insel, bleibt an einer Stelle stehen und fliegt dann wieder zurück und verschwindet.

Zum Glück kann ich mir sicher sein, dass diese Drohne unbewaffnet ist. Das ist nicht weltweit der Fall.
Ich finde es auch ok, wenn eine TV-Firma oder der ORF den Blick auf die sommerliche Donauinsel filmt. Vielleicht schaue ich es mir selber beim nächsten Neujahrskonzert an und freue mich darüber.

Aber – nennt es eine Marotte oder Neurose – mich macht es nervös, nein: es ist mir körperlich unangenehm, wenn Dinge über mir fliegen. Es hat für mich etwas Bedrohliches, und ich nenne es einen menschlichen Instinkt.

Wenn die Drohnen fahren statt fliegen würden, wären sie ferngesteuerte Modellautos, die zwischen Fußgänger*innen und dem Straßenverkehr herumzischen würden. Bei diesem Szenario wird mein ungutes Gefühl gegenüber solchen Dingern hoffentlich leichter verständlich. Wenn die Drohnen wie Vögel und die Modellautos wie streunende Katzen aussehen würden, wären wir in einem dystopischen Actionfilm.

Und es werden in den nächsten Jahren immer mehr Drohnen sein, die über uns hinwegfliegen.

[fehlende Recherche, wie die gesetzliche und exekutierte Handhabung derzeit in Wien ist]

Als Bürgerin möchte ich einfach und schnell nachschauen können, wer da gerade wofür über mir fliegt. Ich wünsche mir daher eine Website, wo ich diese Informationen erhalte. Das ist auch im Sinne von Open Government und Open Data.

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