Emanzipation reloaded

Nach wie vor sind Frauen beruflich nicht gleichgestellt. Ich glaube, dass an den falschen Knöpfen gedrückt wurde. All die Energie, die in das Binnen-I gesteckt wurde, hat nichts gebracht. Vergessen wir das und konzentrieren wir uns besser auf anderes:

Vaterkarenz und Gehaltstransparenz.

Wir können es nicht ändern, dass Frauen die Kinder kriegen und daher für einige Monate ihren Beruf nicht ausüben können. Aber die Babys haben nicht nur Mütter. Falls auch alle Väter in Karenz gehen, macht es für Arbeitgeber keinen Unterschied mehr, ob sie einen Mann oder eine Frau einstellen. Und für Mutter, Vater und Baby macht es einen Unterschied, wenn sie Zeit miteinander verbringen. Jede Mutter ist froh, wenn der Vater sie in den ersten Wochen mit dem Neugeborenen unterstützen kann. Jeder Vater hat die Chance, eine tiefere Beziehung mit seinem Kind aufzubauen. Jedes Baby ist glücklich, wenn stressfrei für es gesorgt wird. Eine Familien-Win-Win-Situation. Eine Emanzipations-Win-Situation. Und eine nachhaltige Win-Situation für die Gesellschaft.

In Skandinavien ist das Einkommen der Bürger transparent. Ungleiche Bezahlung ist offengelegt. Hierzulande ist gar nicht klar, wieviel der Kollege für die gleiche Leistung erhält. Um das Gleiche zu fordern, muss ich zuerst wissen, was das Gleiche ist.

Zwanzig, dreißig Jahre Binnen-I haben unterm Strich keine Emanzipation gebracht. Ich denke, wir sollten uns die Zeit und die Druckerschwärze für das Binnen-I sparen und was anderes versuchen. Zum Beispiel die allgemeine Vaterkarenz und Einkommenstransparenz.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.