
Im folgenden meine Textvorlage, inklusive Grüner Spezialfrage: auf welchen sechs Punkten war sie aufgebaut?
~~~
Guten Abend, mein Name ist Susanne Nückel.
Wer mich kennt, weiß, dass ich Plastik hasse. Und Palmöl. Aus ökologischer Sicht, aus ethischer und alternativ-ökonomischer Sicht: Mir ist noch keine kapitalismusfreie Plastikfirma untergekommen.
Alternative Ökonomien sind MEIN Thema. Liebe Grüne, das Tolle an diesen Konzepten ist, dass sie Nachhaltigkeit, Teilhabe, Solidarität, Chancengleichheit und Gemeinwohl beinhalten.
~~~
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Problem mit Facebook habe. Ich will nicht das Produkt sein – ich will selbst bestimmen, welche Funktionen und Inhalte es gibt.
Wenn ich an den aktuelle Fall von Samsung denke, wo defaultmässig, als Voreinstellung Wohnzimmergespräche übertragen werden, denke ich, dass Privatheit unbedingt rechtlich besser geschützt werden muss.
~~~
Wer mich kennt, kann sich ausrechnen, dass das Grüne Thema meiner Jugend das Waldsterben war. Damals hat man die Strategie verwendet, ein abschreckendes Zukunftsbild zu vermitteln. Ich verwende diese Strategie nun auch, um zu beschreiben, was für mich ein schlimmes Zukunftsszenario ist:
Ich will nicht in einer Welt leben, in der eine verantwortungslose Lässigkeit herrscht, wenn es um Respekt, Menschenrechte und die eigene Souveränität geht – unter Politiker*innen, Volksmusikern, Facebook-Poster*innen, Medien, Unternehmer*innen und Aktionär*innen. Und eine Lässigkeit, die schleichend auch bei mir selbst hochkommt.
Eine Welt, in der sich die Werteskala „Besitz vor Mensch und Natur“ mitunter hinter Technologie, wirtschaftlichen Verflechtungen und täuschenden, veralteten Argumenten versteckt, aber dennoch die alles bestimmende ist.
Eine Welt, in der das kapitalistische System jegliche Mittel erfolgreich und mächtig verwendet, um uns ignorant, egoistisch und kurzsichtig zu machen.
Ich will nicht in einer Welt leben, in der niemand mehr weiß, was Solidarität bedeutet. (Für mich heißt es, die Schwächeren auf der Reise des Lebens hier auf unserem wunderschönen Planeten mitzunehmen.)
Oder noch schlimmer: in der man weiß, was solidarisch bedeutet, aber keiner so lebt.
~~~
Wer mich kennt, weiss, dass ich gerne meine Kritik und meine Ideen einbringe. (Mir ist erfreulichweise zu Ohren gekommen, dass sie geschätzt wird.) Und weiss auch, dass ich jede basisdemokratische Entscheidung respektiere.
Auch weil mir die Idee der Schwarmintelligenz gefällt. Ich möchte hier hinzufügen, dass ich sehr glücklich bin, dass wir Grüne Bildung als Wahlkampfthema haben.
Praktisch halte ich es für funktionierende Basisdemokratie sehr wichtig, dass man darauf achtet, dass die Informationen fließen.
~~~
Wer mich kennt, weiß, dass mir zuviel Harmonie Unbehagen bereitet, weil es so unnatürlich ist. Ich bin für eine gepflegte, gewaltfreie Diskurskultur und nicht das utopische Ziel, Konflikte lösen zu wollen, sondern sie gerecht erträglich machen.
~~~
Wer mich kennt, weiß, dass ich eine kleine Feministin bin.
Ich denke, dass ich als Frau die Geschichte der Frauen und meine persönlichen Erfahrungen am besten dazu verwende, um Diskriminierung jeglicher Art aufzuspüren und zu bekämpfen.
~~~
Also, für mich sind alternative Ökonomien das wichtigste und aktuellste Thema – was aber nicht bedeutet, dass wir die urgrünen Themen Umweltschutz, Menschenrechte und Antifaschismus vernachlässigen dürfen.
Alerta Antifascista!
