Ausgewanderte Wörter

Bis September 2006 suchte der Deutsche Sprachrat im Rahmen einer internationalen Ausschreibung nach „ausgewanderten“ Wörtern einschließlich deren Bedeutung. Aus der Presseaussendung:

Es gab mehr als 6.000 Einsendungen. Zu den häufigsten Eingaben gehörten Was ist das/Vasistas (französisch für Oberlichtfenster), Kindergarten, Butterbrot, kaputt und Schadenfreude.

Dabei ist vor allem auffällig, dass deutsche Wörter neben der Weltkriegsterminologie vor allem in Fachsprachen und bei Nahrungsmitteln verbreitet sind.

Dazu gehören unter anderem Eigenwert (Mathematik), Heisenberg´sche Unschärferelation (Physik), Umlaut (Sprachwissenschaft), aber auch Bratwurst, Kuchen, Leberkäs und natürlich Bier bzw. Weizenbier.

Fremde Sprachen nehmen Wörter aus anderen Sprachen auf, wenn sich in der eigenen Sprache eine Benennungslücke zeigt oder eine Konnotation nicht genau mit einem Wort aus der eigenen Sprache auszudrücken ist.

Dazu gehören zum Beispiel die Wörter Zeitgeist oder auch Weltschmerz. Die Funktion der Differenzierung ist beispielsweise an dem Wort Angst zu erkennen, das im Englischen zur Unterscheidung von scary dient.

An den „ausgewanderten Wörtern“ lässt sich zugleich ablesen, wie Deutsche beziehungsweise „das Deutsche“ im Ausland wahrgenommen werden. So ist an die Seite des deutschen Worts Blitzkrieg etwa im Zuge der Fußballweltmeisterschaft der Begriff Mannschaft getreten, der der Begeisterung über die deutsche Fußballnationalmannschaft Ausdruck verleiht.

Aber auch Besserwisser ist ein deutsches Wort, das im Schwedischen aufgenommen wurde und ein beredtes Bild von der Wahrnehmung des Deutschen zeichnet.

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