Kapitalismus

Die beiden Herren haben das Prinzip verstanden: Alfred Krupp und Henri Schneider. Zwei Zitate aus der ARTE-Dokumentation „Stahlmenschen“.

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„An die Herren Direktoren!

Ich habe Einsicht genommen über den Stand der Soialdemokratie in unserem Bereich und finde denselben unerhört und empörend. In der Zeit, wo die Arbeiter gehätschelt werden mussten, um die Arbeit ausführen zu können, ist die Saat des jetzt verbreiteten Geistes der Vernichtung des Bestehenden unter ihnen aufgewuchert.

Zuerst will ich einmal keinen einzigen Hund mehr auf den Werken haben. In drei Wochen darf nicht ein einziger mehr von der ganzen Bande bei uns sein, ohne alle Rücksicht auf Stellung und Geschicklichkeit.

Gekündigt soll werden. Dies muss einzeln geschehen und zu verschiedenen Stunden im Beisein von Polizei. Kein Zweifelhafter soll Wohnung behalten, und wenn die Hälfte auch leer stehen müsste.

Ich will reine Bahn und nur Treue!“

Alfred Krupp, 1898

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„Was soll das sein – der Sozialismus? Es heißt, sie wollen die Arbeitgeber abschaffen oder deren übermässige Privilegien. Also ich gedenke nicht, abgeschafft zu werden.

Ist nicht ein Kopf zum Denken notwendig? Kann ein Körper auf das Denken verzichten? Ist etwa kein Geld nötig, damit ein Unternehmen wie dieses funktioniert? Wie der Direktor den Kopf, bringt der Kapitalist eine Menge Geld mit.

Jawohl, das Kapital versorgt die Fabriken Tag für Tag mit ausgefeilten Hilfsmitteln. Ohne Kapital läuft gar nichts. Es ernährt den Arbeiter.

Die Theoretiker sagen, es sei ungerecht, dass dieses durch die Leistung der Arbeiter entstandene Kapital endlos anwachse.

Aber Grenzen gibt es nicht.“

Henri Schneider, 1892

 

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